Nolo ✨04.02.2009 -21.05.2026💫

Viele Hundehalter kennen es: Der Hund schmatzt, leckt ständig die Lippen, frisst hastig Gras oder erbricht morgens gelblichen Schleim. Oft steckt dahinter Sodbrennen bzw. eine Übersäuerung des Magens. Ein Thema, das im Alltag vieler Hunde eine große Rolle spielt – und doch häufig unterschätzt wird.

In diesem Artikel erfährst du,

  • woran du Sodbrennen erkennst,
  • welche Ursachen dahinterstecken können
  • und wie du deinen Hund sanft und ganzheitlich unterstützen kannst.

Was ist Sodbrennen beim Hund?

Beim Sodbrennen produziert der Magen zu viel Magensäure oder die Magensäure reizt die Magenschleimhaut. Diese Übersäuerung kann gelegentlich auftreten – problematisch wird es, wenn sie regelmäßig vorkommt.

Bleibt eine chronische Übersäuerung unbehandelt, kann sie langfristig zu einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung) oder sogar zu Magengeschwüren führen.

Deshalb lohnt es sich, frühzeitig hinzuschauen.


Typische Symptome für Sodbrennen

Viele Hunde zeigen mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig:

  • häufiges Schmatzen & Lecken der Lippen
  • vermehrtes Grasfressen
  • Nüchtern-Erbrechen (oft gelblicher Schleim)
  • Aufstoßen
  • Unruhe, besonders nachts oder früh morgens
  • Bauchschmerzen, gekrümmte Haltung
  • Appetitlosigkeit oder sehr hastiges Fressen

👉 Wichtig: Zeigt dein Hund starke Schmerzen, Blut im Erbrochenen oder wirkt sehr schlapp, gehört er immer tierärztlich abgeklärt.


Mögliche Ursachen

Sodbrennen entsteht selten „einfach so“. Häufig liegen mehrere Faktoren zugrunde:

1. Fütterungsfehler

  • zu lange Fresspausen
  • sehr fettreiche Mahlzeiten
  • stark verarbeitete Futtermittel
  • minderwertige Proteine
  • häufige Futterwechsel

2. Stress & Emotionen

Stress, Angst, Unsicherheit oder dauerhafte innere Anspannung können die Magensäureproduktion deutlich steigern.

3. Medikamente

Besonders Antibiotika, Schmerzmittel oder Kortison können den Magen reizen.

4. Empfindlicher Magen

Manche Hunde bringen von Natur aus einen sensiblen Magen mit – hier ist besonders sanftes Management wichtig.

5. Futtermittelunverträglichkeiten & Allergien

Futtermittelunverträglichkeiten gehören zu den häufigsten Auslösern für wiederkehrendes Sodbrennen beim Hund.

Dabei reagiert der Körper nicht allergisch im klassischen Sinne, sondern mit einer Überlastung des Verdauungssystems auf bestimmte Bestandteile im Futter. Der Magen produziert vermehrt Säure, um das Futter zu verarbeiten – was langfristig zu Reizungen führen kann.

Häufige Auslöser sind:

  • bestimmte Proteinquellen (z.B. Rind, Huhn, Milchprodukte)
  • stark verarbeitete Futtermittel
  • minderwertige Zutaten
  • Zusatzstoffe und Konservierungsmittel

Typische Begleitzeichen neben Sodbrennen können sein:

  • Blähungen
  • weicher Kot oder Durchfall
  • Juckreiz
  • häufiges Ohrenentzünden
  • wiederkehrendes Erbrechen

👉 Besteht der Verdacht auf eine Unverträglichkeit, kann eine Ausschlussdiät oder ein individuell angepasster Futterplan helfen, den Auslöser zu identifizieren und den Magen nachhaltig zu entlasten.


Warum Grasfressen oft ein Hinweis ist

Viele Hunde fressen Gras, um sich kurzfristig Erleichterung zu verschaffen. Das Gras regt das Erbrechen an oder bindet Säure – löst aber nicht die Ursache.

Grasfressen ist daher eher ein Hilferuf des Körpers.


Ganzheitliche Unterstützung bei Sodbrennen

🥣 Fütterung optimieren

  • mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen
  • abends eine kleine Spätmahlzeit, um nächtliche Übersäuerung zu vermeiden
  • gut verdauliche, schonend zubereitete Kost
  • moderate Fettmengen
  • hochwertige Proteinquellen

Gerade bei sensiblen Hunden kann gekochte Nahrung vorübergehend sehr entlastend sein.


🌰 Mandelmus – bewährter Helfer

Mandelmus aus 100 % gemahlenen, süßen Mandeln gilt als:

  • magenschonend
  • leicht basisch
  • fett- und proteinreich
  • säurebindend

Viele Hunde profitieren davon spürbar.

Anwendung (Erfahrungswert):
Kleine Hunde: ½–1 TL
Mittelgroße Hunde: 1 TL
Große Hunde: 1–2 TL

Bei Bedarf kann die Gabe nach 10–15 Minuten wiederholt werden.

👉 Achte unbedingt auf ungesüßtes Bio-Mandelmus ohne Zusätze.

Für welche Hunde ist Mandelmus nicht geeignet?

So hilfreich Mandelmus bei akuter Übersäuerung sein kann – es ist nicht für jeden Hund die richtige Wahl.

Mandelmus enthält vergleichsweise viel Fett und Protein. Das kann problematisch sein bei Hunden mit:

  • Bauchspeicheldrüsenproblemen (Pankreatitis)
  • Fettverwertungsstörungen
  • stark empfindlicher Verdauung
  • akuten Durchfällen
  • starkem Übergewicht
  • bestimmten Leber- oder Nierenerkrankungen

Gerade bei einer bestehenden oder vermuteten Pankreatitis sollte auf fettreiche Lebensmittel konsequent verzichtet werden.

Auch bei Hunden mit Proteinunverträglichkeiten oder sehr sensibler Verdauung kann Mandelmus die Beschwerden verschlimmern statt verbessern.

👉 In diesen Fällen sind magenschonendere Alternativen wie Ulmenrinde oder eine individuell angepasste Schonkost oft sinnvoller.

Wie immer gilt: Nicht jeder Hund reagiert gleich – deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die individuelle Situation.


🌿 Weitere sanfte Unterstützer

  • Ulmenrinde (Slippery Elm)
  • Heilerde oder Zeolith (kurweise)
  • Kamillen- oder Fencheltee (abgekühlt)
  • Probiotika zum Darmaufbau

Der Darm und der Magen arbeiten eng zusammen – ein gesunder Darm entlastet oft auch den Magen.


💛 Stressreduktion nicht vergessen

Ruhige Fütterungsatmosphäre, feste Routinen, ausreichend Schlaf und sanfte Entspannungsmethoden (z.B. Streicheleinheiten, ruhige Musik, energetische Arbeit) können einen großen Unterschied machen.


Wann weiterführende Diagnostik sinnvoll ist

Wenn:

  • die Symptome trotz Anpassungen bleiben
  • dein Hund häufig erbricht
  • Gewicht verliert
  • Schmerzen zeigt

Dann sollte tierärztlich abgeklärt werden, ob z.B. eine Gastritis, Futtermittelunverträglichkeit, Bauchspeicheldrüsenproblematik oder andere Erkrankung vorliegt.


Fazit

Sodbrennen beim Hund ist weit verbreitet – aber gut beeinflussbar. Mit einer angepassten Fütterung, sanften Naturhelfern und einem Blick auf emotionale Belastungen lässt sich der Magen oft deutlich entlasten.

💚 Jeder Hund ist individuell. Was dem einen hilft, braucht beim nächsten eine Anpassung. Genau hier setzt eine individuelle Ernährungsberatung an.

Herzensgrüße
Birgit 💚
Napfexperte – Ernährungsberatung für Hunde & Katzen